„Ihr ſeht, daß ich Wort halte und daß Ihr auf mein Wort bauen könnt; das verkündigt den Bürgern! Sie ſollen aufrichtig ſein, keinen Hinterhalt haben und ſich nicht über meinen Willen täuſchen. Eurem Sohne Otto gebe ich zum Angebinde an dieſe Stunde meiner Gnade den Zehnten von der Fiſcherei in der Grohnde, von ihrem Springe an bis zum Ausfluß in die Leine— und um mich an mein Wort zu erinnern, ſollt Ihr mir alljährlich fünf gewichtige Forellen am vierten Tage nach Pfingſten in meine Küche liefern.—
Allen weiteren Gegenreden ausweichend, ſah er noch einmal Helmold mit feſtem Blicke an, als wollte er ſich deſſen Miene ſchärfer einprägen, winkte mit der Hand dem Rathsmanne zu und entfernte ſich ſchnell, vom liſtig lächelnden Breido begleitet.
Die Ritter erwarteten ihn bereits im Trinkſaale; ſie wußten nicht, was der Herzog im Fluge, zwiſchen Abſitzen vom Pferde und ſeinem Eintreten abgethan hatte, und er verſchwieg es ihnen auch jetzt. Man redete von dem Ritt, den Ergötzlichkeiten auf Harſte, den muthwilligen Streichen, welche man unterwegs an Reiſenden und Landleuten ver⸗ übt hatte.
„Wo iſt denn heute der alte Kalm geblieben?“— rief Otto, als er daran erinnert wurde, daß derſelbe dem Be⸗ fehle nicht nachgekommen war, Morgens mit den Rittern nach Harſte zu reiten.— Da Otto am nächſten Tage nach dem Schloſſe Münden aufbrechen wollte, ſo hatte er den ſtillen Plan gefaßt, ſich dort einen Zeitvertreib zu verſchaffen, Angila ſich zur Geſellſchafterin zu machen und den gräm⸗


