Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Helmold war wol der Erſte, welcher dem Rathsmann offen herausſagte, daß er auf dieſes Zeichen der fürſtlichen Huld nicht mehr gebe, als auf die Freundlichkeit eines Fuchſes, und es koſtete erſt einige Zurede, daß er ſich, bei ſeinem tiefen Haſſe gegen den Herzog, willig zeigte, der Freund⸗ ſchaft ein Opfer zu bringen und mit ſeinem größten Gegner dem heiligen Sacramente beizuwohnen und ſeinen Namen mit dem des Herzogs unzertrennlich an das Leben eines Täuflings zu ketten.

Er kennt Euch nicht hatte Roden geſagter weiß nicht, daß Ihr der Mann Gertrudens ſeid; es liegen ſechs Jahre dazwiſchen, er hat das Mädchen der Maſch⸗ mühle und die Ereigniſſe längſt vergeſſen, und wenn er daran erinnert würde, ſo wird er ſich ſtellen, es nicht zu wiſſen.

So war Helmold dem Freunde mit dem Kinde nach dem Schloſſe gefolgt, während Gertrude der Brigitte Ge⸗

ſellſchaft leiſtete, die, wenn ſie auch nicht mehr als Wöchnerin

an das Zimmer gefeſſelt worden wäre, doch nicht vor dem Herzoge ſich eingeſtellt hätte. Henricus hatte, da der Herzog noch nicht heimgekehrt m war, die im Schloſſe An⸗ gekommenen zu Margarethe geführt, die das Kind küßte, ſegnete und beſchenkte, indem ſie eine goldene Kette auf des Säuglings Bruſt legte. Dann entließ ſie die Männer und bat ſie, in der Kapelle die Ankunft ihres Gemahls zu erwarten. Dieſe Bitte war eine aus ſchmerzlicher Empfindung hervorquillende, denn Otto hatte ihr nichts von ſeiner Abſicht anzeigen und nur dem Henricus befehlen laſſen, zur Vesperzeit ein Kind in der Kapelle zu taufen.