Gerichte beſtätigen müſſen, weil Ihr von der Zeit dazu gezwungen wurdet; was zwang Euch dazu? Der Mangel an Geld, die Noth, die Hülfe der fleißigen Bürger anzu⸗ ſprechen, die Macht der Städte in ihrem Rechte der Selbſt⸗ vertheidigung.“—
„Werft dieſen Aufrührer und Rädelsführer in's Gefäng⸗ niß!“— rief Otto ſchäumend—„heda! wo ſind meine Leute?— Holla!“—
Obgleich Ranzau es verhindern wollte, drangen mehre Bewaffnete herein.—„Warte, Du kühner Rechtsſchnabel! Du ſollſt mir die fünfhundert Mark Silber allein bezahlen, ſo viel biſt Du mir werth an Löſegeld!— In's Gefängniß mit ihm! Ich will den Göttingern zeigen, daß ich nicht unter dem Zwange und der Noth der Zeit ſtehe, wovon der Menſch faſelt;— ich bin Herr, ich mache die Zeit und das Recht; geht in die Stadt hinunter, Ihr Männer des weiſen Rathes — habt Ihr mir nicht binnen einer Stunde die Löſeſumme in guter Göttinger Währung gebracht, ſo laſſe ich Euern Wortführer nach Münden bringen und hängen!“
Werner Roden trat den Bewaffneten ruhig entgegen, ließ ſich ohne Widerſtand das Schwert abnehmen und an die Thür führen. Ritter Breido von Ranzau drängte ſich an den Herzog, faßte deſſen Hand und raunte ihm zu:— „Beim Teufel, Herzog, Ihr handelt unklug, ſo bleibt im Lande und laßt Wolfenbüttel im Stich!“—
„Fort mit ihm!“ rief der zornglühende Herzog, auf den Rathsmann an der Thürſchwelle zeigend. Dieſer ſprach: —„Gott verzeihe Euch— möge es Euch nicht gereuen!!— Und zu dem beſtürzten Bürgermeiſter und den übrigen


