Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Rathsmännern gekehrt, fuhr er fort:—„Gehet heim und verkündiget was geſchehen; tröſtet mein theures Weib!— O! Brigitta— das iſt die Gunſt des Herzogs!“—

Er wurde abgeführt, die Rathsmänner gingen ſtumm und innerlich empört.

„Der Schulze ſoll kommen!“— rief Otto den Helle⸗ bardiers nach.

Mit ungeſtümen Schritten durchmaß er das Gemach; er ſchien des Ritters Ranzau Worte nicht zu hören, die

dieſer jetzt an ihn mit Unwillen richtete.—„Ich begreife Euch nicht“— ſprach dieſer—„Ihr wollt außer Land

ziehen, und fordert die mächtigſte Stadt des eigenen Landes zum Kampfe heraus! Mit Klugheit hättet Ihr Alles erreicht, würdet ihr nur dieſen Krämer⸗ und Schacherſeelen einen kleinen Vortheil gezeigt haben. Nun gut, bleibt in Göt⸗ tingen, beſtellt die Ritter, die zwiſchen Ruhme und Leine auf Euch warten, ab, laſſet den Braunſchweigern die Geld⸗ ſumme, die ſie zum Brautſchatze der Schweſter Agnes an den Grafen Ziegenhain zahlen ſollen, laßt die Lünehurger zur Vormundſchaft gelangen, Ihr habt's ja ſo beſtimmt. Die Stadt wird in Aufruhr gerathen, ſie iſt noch bewaffnet von letzter Fehde her, ſie haben Donnerbüchſen, Ihr ſeid ohne Geld und Eure Mannen ſind in Heſſen geſchlagen!— Gebt den Rathsmann frei, ſchickt ihn ſchleunigſt in die Stadt, ehe die Aufregung entflanut, züchtigt ſie ein anderes Mal, wenn ihr beſſer vorbereitet ſeid— heuchelt ihr jetzt nur Freundſchaft und Gnade!“—

„Was willſt Du?“— rief Otto wild, indem er heftig gegen den Ritter vortrat und ihn mit lodernden Blicken anſah.

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