Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Jahren war, ſtehen bleibe, während ſie mit dem Volke be⸗ reits über Euer Begehr hinausgerollt iſt!“

Otto ſtutzte— Breido winkte dem Rathsherrn Schwei⸗ gen zu, der Herzog rief:—„Was hindert mich, Euch ge⸗ fangen nehmen zu laſſen?“—

„Das Recht“— antwortete Werner Roden ernſt und ruhig—„der von Euch unterzeichnete Landfriedensbrief,

wonach ein Bürger Göttingens nur vom Rathe verurtheilt und nicht von einem herzoglichen Amtsdiener angegriffen werden darf!“—

Otto ſtampfte mit dem Fuße auf den Boden.— „Mäßigt Euch, Herr“— ſprach Ritter Ranzau—„laßt mich mit Euch einige Worte reden, ſchickt die Rathsmänner ſo lange hinaus.“—

„Nein, er ſoll ausreden, er ſoll ſich um ſeinen Hals reden!“— rief Otto trotzig.„Fahret fort, ich befehle es, ich will Eure böſen Gedanken ganz erfahren!“—

„Nennet nicht eines getreuen Unterthanen guten Nath und Dienſt böſe Gedanken“— fuhr Roden fort;—„woll⸗ tet Ihr mein Weib zur Wittwe und mein ungebornes Kind ſchon vor der Geburt zur Waiſe machen, ſo vergelte es Euch Gott und das menſchliche Recht.“—

Otto erſchien etwas ruhiger— vielleicht dachte er an die ſchöne Frau und ſein vorhin gegebenes Wort, vielleicht leitete ihn Ranzau's unruhiger Blick zur Schlauheit und klugen Mäßigung; er ſchwieg und fixirte den Rathsmann mit finſterem Sinnen.

Roden fuhr fort:—„Ihr haltet uns das Streben vor, reichsunmittelbar zu werden— es iſt nicht unſer Streben,