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Jetzt hielt ſich Otto nicht länger; ſeine Augen waren Blitze geworden, ſeine Unterlippe ſchwoll Unheil verkündend an, ſeine Geſtalt hob ſich.—„Das iſt Empörung!“ rief er—„Auflehnung gegen den Herrn des Landes!— Es giebt kein Recht, als was der Wille des Fürſten ſo nennt, es giebt kein Privilegium, was nicht Gnade iſt für die Dauer der Gunſt. Ich bin ein zu nachſichtiger, gutmüthiger Herr geweſen, habe mich bethören, die Bürger reich werden laſſen und obenein Schutz ihres Eigenthums gelobt; habe der Stadt Weichbild thörichter Weiſe vergrößert — ja! ich will's anders machen, Ihr ſollt die Luſt ver lieren, nach Reichsunmittelbarkeit zu ſtreben, ſollt wiſſen, daß Ihr einen Herzog habt!“
Breido von Ranzau hatte ſich dem zornig auf⸗ und niederſchreitenden Herzoge genähert, war ihm gefolgt und ſuchte ſeinen wild umherſchweifenden Blicken mit den Augen zu begegnen, um ihm Winke zu geben; jener aber achtete nicht auf den Ritter und trat mit drohender Geberde gegen die Rathsherren, die untereinander flüſterten und die er durch ſeine gebietende Miene zur Unterwerfung herausforderte.
Jetzt trat Werner Roden muthig hervor und begann:— „Herr! Ihr habt mir Ener herzogliches Wort gegeben, daß Ihr mir eine Gunſt erzeigen wollt— ich bitte, mir dieſe zu gewähren, daß Ihr mich anhöret. Vielleicht iſt dieſe Stunde ſegensreich für Euch und uns, wenn ich Euch aufkläre über das Verhältniß der Städte zu den Fürſten, dem Adel und dem Reichsoberhaupte. Die Zeiten ändern ſich; Ihr fordert, daß die Zeit, wie ſie vor zweihundert


