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„Herr“— verſetzte Roden—„Gott hat mein theures, ehrliches und treues Weib geſegnet und ich hoffe, daß ich die Freude des Vaters in der heiligen Weihnachtszeit er⸗ leben werde.“
„Glück zum Chriſtkindlein!— ich werde ihm die erſte Beſcheerung geben— iſt's ein Junge, ſo ſoll er Otto heißen und einmal Stadthauptmann werden.— Doch zur Sache, lieben Leute!— Ihr werdet auch an meines Hauſes Luſt und Leid Antheil nehmen;— Ihr wißt, daß mein Braun⸗ ſchweigiſcher Vetter im Kampfe geblieben und mein Stamm⸗ land ohne männlichen Herrn iſt; ich muß dorthin aufbrechen und als Vormund das Land regieren und ſchützen; Eure Ehre und Euer Vortheil iſtis, wenn Euer Herzog die Grenzen des Landes erweitert und Eurem Verkehre auch im Braunſchweigiſchen einen beimiſchen Schutz gewährt.— Er ſchwieg und ſchritt einmal gegen das Fenſter, um den Leuten einige Secunden Zeit zur erwünſchten Antwort zu laſſen.
Die Ratsherren ſahen ſich bedenklich und vorſichtig an, als errege ihnen dieſe ungewöhnliche, wohlwollende Sprache des Welfen ſtilles Mißtrauen, und als hegten ſie begründete Zweifel an der guten Abſicht deſſelben, ihren Verkehr zu ſchützen. Otto mußte ihre Mienen, ſo vorſichtig ſie auch gewechſelt waren, doch mit ſeinen lebendigen Blicken bemerkt haben, denn es ſtieg ihm ſchon das unruhige Blut zu Kopfe, die Geduld und liſtige Freundlichkeit hielten nicht Stich gegen die Leidenſchaft ſeines Eigenwillens und die jähzornige Natur; haſtig und heftig rief er, ohne die Antwort abzuwarten und indem er ſich ſchnell gegen ſie umwendete:—„die


