Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Unterſaſſenpflicht gegeben. Aber ich habe es verſchmerzt, doch hat's mir große Opfer gekoſtet.

Ja, Herr erwiderte der Bürgermeiſter, als er bei des Herzogs Schweigen und erwartungsvoll lauerndem Auge eine Antwort geben zu müſſen glaubtees hat die Erbſchaftsfehde auch unſere Stadt hart getroffen es ſind viele gute Männer vor Drausfeld gefallen, und die Baukoſten unſeres neuen Rathhauſes ſind auf ein ganzes Jahr für die Rüſtungen daraufgegangen. Wir wollten Eure herzogliche Gnaden im Namen der Stadt unterthänigſt bitten, dem Lande Frieden zu halten, damit Handel und Gewerbe nicht leiden und Eure Städte verarmen.

Der Herzog blitzte mit ſeinen Augen, als er hoch auf⸗ gerichtet, ſich auf den Füßen wiegend und mit einer ver⸗ ächtlich behaglichen Miene auf die Leute niederlächelte; er legte ſeinem Groll den Zügel der Klugheit an und ſprach:

Ihr erſcheint vor Eurem Landesherrn zmmer arm und baar, aber daheim in Euren Häuſern häuft Ihr Geld und Schätze und ſtehlt Euch um die Abgaben weg; hättet Ihr kein Geld, ſo könntet Ihr nicht Land und Wald kaufen und eine Pflicht nach der andern ablöſen. Ich bin ein viel zu gütiger Herr; als Euer Herzog von Gottes Gnaden bin ich Eure Obrigkeit durch des Himmels Be⸗ ſtimmung und mein landesväterliches Herz iſt ſtets bedacht, meiner lieben Reſidenz alle Vortheile zu gewähren, die keine Stadt im Lande jemals genoſſen hat. Ich werde den Boll⸗ rutz öfter bewohnen, um Euch meine Gunſt zu zeigen, ich werde abermals ein großes Turnier auf dem Freudenberge veranſtalten, was Euch viele fremde Gäſte und fremdes