heftigen Verlangen nach dem reichen Erbe ſeines Vetters
gänzlich eingenommen;—„ich bin nächſter Agnat und von Rechtswegen vormundſchaftlicher Regent des Braunſchwei⸗ giſchen Stammlandes. Eine Vormundſchaft wird immer gut und reich belohnt und wo man geizig iſt, da hat der Vormund die Hand im Säckel und nimmt ſich vorweg, was er für billig hält. Mit den Jungen will ich ſchon fertig werden, der älteſte Friedrich iſt ein zierliches Mädchen von Geſtalt, ohne Kraft und Lebensdauer, den Otto, der ſchon mit Büchern ſpielt, wird man am Geſchickteſten in ein Kloſter bringen, die anderen beiden Brüder ſind Kinderchen, die, wenn ſie erwachſen ſind, nicht wiſſen, wer ihr Vater war. Darum zugegriffen, Freunde— die reiche Erbſchaft iſt mein, die Genoſſen des Sternbundes dürfen mich nicht verlaſſen, ſie ſollen in Braunſchweig und Wolfenbüttel Entſchädigung finden für Alles, was ſie meinetwegen in Heſſen eingebüßt haben!“—
„Gelobt es ihm, Bundesfreunde!“— rief Breido von
Ranzau;—„in Heſſen iſt nichts zu finden, als verwüſtete 0 4 0 7 Dörfer und Burgen— laſſet uns die Genoſſen ſammeln
— alle Oberwalder Ritter tragen den Stern, wir gebrauchen keine Städter, die Reiſigen der Freunde ſind genug, um friedlich und ſchnell in Wolfenbüttel einzureiten.“—
Da es eine neue Ausſicht zu Beute, Streifzug und luſtiges Leben auf fremdem Boden und fremde Koſten gab, und die verſchwenderiſche Freigebigkeit, womit der Herzog ſeine eigene Beute den hülfreichen Genoſſen zu Theil werden ließ, noch von dem Hanſtein her in gutem Andenken ſtand, ſo fand der Plan Otto's nicht nur Anklang bei den eben


