iſt mir lieber als der ganze Gau der Werra.— Wo habt Ihr das Pergament?“—
„Wir müſſen es hier aufſetzen“— antwortete Albrecht; —„laſſet Euren Schreiber oder Burgpfaffen kommen— wir Anderen ſind Zeugen und unterzeichnen.“—
Otto ging mit einer frohen, leichtfertigen Bereitwillig⸗ keit auf die Anfertigung dieſes Friedensdocumentes ein; er ließ den Schreiber, einen Mönch, rufen und unterzeichnete lachend die von Albrecht von Grubenhagen dictirte Urkunde, welche die anweſenden Ritter, zu denen ſich eben noch der heimgekehrte Adelebſen geſellt hatte, dann gleichfalls unter⸗ ſchrieben und beſiegelten.—
Als Albrecht von Grubenhagen, vom Ritter Solms be⸗ gleitet und mit dem Pergamente im Beſitze, von Münden abritt, ſtand Otto am offenen Fenſter und ſah ihm nach. —„Da trägt er das ganze Heſſenland auf eines Pferdes Rücken“— rief er lachend, obgleich nicht ohne Geierblicke; —„fürwahr eine hübſche Beute, der Wegelagerung werth — aber fort, fort damit, ich muß in dieſer Himmelsgegend meines eigenen Landes Frieden haben!“—
„Ihr ſeid ja ſehr friedfertig geſinnt“— ſagte Ade⸗ lebſen, der vor ſeinem geſtrigen Ausritte von der Burg den herzoglichen Freund in einer tobenden Wildheit über den Ausgang ſeiner heſſiſchen Niederlage verlaſſen hatte.
Otto ſah ihn mit durchbohrenden Blicken an, drängte die ſtarke Unterlippe ſpöttiſch und mit dem ihm eigenthüm⸗ lichen Zuge drohender Geringſchätzung hervor, wühlte in ſeinem Bartſchweife auf der Bruſt und antwortete nach einer Pauſe:—„Werner— alter Habicht, kennſt Du


