Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

eine zweite vergoldete Domkuppel am Magnus verdienen und die ſächſiſchen Herzöge mögen ſich am Lüneburgiſchen genügen laſſen und meines Vetters Nachlaß nicht früher anrühren, als derjenige, der ein Recht darauf hat. Aber nun kommt; laßt uns ein fröhlich' Gelag halten, damit die verdrießlichen Gedanken aus meinem Sinne verrauchen! Ich liebe es nicht, über Verluſte und Todte länger zu klagen als nöthig iſt, mich verlangt, eine andere Stimmung zu finden; die Geſellſchaft der Ritter ſoll mir angenehm

ſein; Wein und Wildpret her! Die Sonne ſcheint ſo hell, der Wald iſt grün ſeht dort das ſchöne Heſſenland. Adoe, treulos Liebchen Ade Du grämſt mich nicht

mehr! Der Herzog war in ſchnell erwachter heiterer Laune, mit einem gefüllten Becher in der Hand, den auf ſeinen Ruf nach Wein der Edelknappe dargereicht hatte, an das offene Fenſter getreten, hatte mit dem ausgeſtreckten Arme über die lachende Sonnenlandſchaft gewinkt und den Becher geleert, als trinke er Jemandem unten im Thale einen fröhlichen, muthwilligen Abſchied nach.

Wenn Du Luſt zum Gelage haſt ſprach Albrecht von Grubenhagenſo laſſe uns zuvor den Zweck meines Kommens mit dieſen heſſiſchen Rittern zur Genüge abthun; ich kann hier nicht länger weilen, als die Pferde zur Ruhe bedürfen; der Landgraf erwartet mich heute noch in Caſſel, daß ich ihm das Friedens⸗ und Entſagungspergament bringe, oder die Kunde, daß die Waffen ferner entſcheiden möchten!

Ich habe es ja geſagt, daß ich von Heſſen nichts will! fiel Otto ein;Frieden mit dem Landgrafen

Maltitz, Herzog. 2. Abtheil. I. 2