Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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der Graf hieb ſich durch in's Schaumburgiſche Land. Weiter habe ich mich nicht darum bekümmert, ich hatte ſelber genug zu ſtreiten.

So wiſſet Ihr nicht, daß der Graf Otto von Schaum⸗ burg die Witwe des Vetters Ludwig von Braunſchweig, Mechtildis, des Wilhelm von Lüneburg Tochter, zum Ge⸗ mahl genommen und Magnus ihr das Hochzeitsgeräth durch Reiſige unterwegs hat auffangen, Kiſten, Schränke und Laden aufhauen und als Beute nach Wolfenbüttel bringen laſſen?

Ja, ich weiß ſagte Otto zerſtreut und die fun⸗ kelnden Blicke auf die Sternenritter, forſchend oder ermun⸗ ternd von Einem zum Andern richtendder Magnus i*ſt entrüſtet, daß ſeines Bruders Wittwe ſich mit ſeinem Todfeinde und Freunde des Lüneburgiſchen Herzogs Albrecht vermählt hat, und ich weiß nicht, was ich gethan hätte; ich erfuhr nur, daß er gewaltig im Lande Braunſchweig rüſte, dem Schaumburger Grafen einen Abſagebrief geſandt habe und ausziehen wolle.

Er iſt ausgezogen fuhr Albrecht von Grubenha⸗ gen fort;als Mechtildis über den Raub ihrer Mit⸗ gift weinte und klagte, hatte der Gemahl ihr geantwortet: Laſſet Euer Weinen, denn Eure Frömmigkeit iſt mir lieber, als aller Schmuck und Zierrath, und Ihr ſeid mir theurer, als alle Kleinode der Welt; aber dem übermüthigen Herrn zu Braunſchweig werde ich zu gelegener Zeit des Frevels gedenken. So kamen ſie vorgeſtern am Tage Jacobi am Deiſter bei Leveſte an einander; der Magnus war, wie ein Ritter aus Braunſchweig heute zu Nörten