Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Daſein genoſſen? Was war die Frucht ſeiner unſättlichen Begier nach Beſitz und Herrſchaft? Was? Gefangenſchaft, Verluſt ſeiner Güter, Vertreibung aus dem Lüneburgiſchen ſchmachvoller Tod!

Tod? rief Ottomein Vetter Magnus todt? Catharina iſt Wittwe? Ihre vier unmündigen Söhne Friedrich, Bernhard, Heinrich und Otto ſind ohne Vater?

Das war es, was ich Dir anzeigen wollte und mich und dieſe Herren zögern machte, Deiner Einladung zum Trunke ſofort zu folgen. Magnus iſt Dein nächſter Ver⸗ wandter er war zwar nicht Dein Freund, aber Du biſt ſeiner Wittwe Beileid ſchuldig; als Fürſt braunſchwei⸗ giſcher Linie haſt Du die Pflicht, das Erbe der Söhne Deines Vetters zu behüten.

Otto hatte mit glänzenden Augen und einem Lächeln, das zweifelhaft ließ, ob es der unfreiwillige Ausdruck von Mitleid, theilnehmender Selbſtbetrachtung oder ſchlauer Zerſtreutheit war, die Worte des Grubenhagen'ſchen Vetters angehört; er wühlte ſich im langen Barte und ſchritt, un⸗ verkennbar von lebhaften Gedanken getrieben, ein Mal mit weiten Schritten gegen das Fenſter, wie ein Menſch, dem das Gemach für ſeine weiten Gedanken zu eng wird. Wann iſt er geſtorben! Wo! Wie! Schmachvoll ſag⸗ teſt Du?

Vorgeſtern am Jacobitage bei Leveſte am Deiſter. Du kennſt den Streit mit dem Grafen Schaumburg.

Ja, der Graf hatte den Herzögen Albrecht und Wen⸗ ceslaus von Sachſen bei der Eroberung Pattenſen's bei⸗ geſtanden; Magnus verlegte ihm bei der Rückkehr den Weg,