Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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wenn er Groll in erzwungene Luſtigkeit, oder das Gefühl der Kränkung in Stolz oder Geringſchätzung kleiden wollte: Nun, Herr Welfe? Und dieſe Botſchaft, die doch leicht zu tragen iſt, da ſie mir nichts mitbringt, worauf ich einen Fuß ſtellen, oder was ich in der hohlen Hand abmeſſen könnte, hat Dich ſo heiß und aufgeregt gemacht, daß Du im Geſichte roth und noch nicht ruhig genug zum kühlen Trunke biſt? Oder haſt Du etwa noch einen land⸗ gräflichen Wunſch im Hinterhalte, der ſchwerer wiegt, als mein heſſiſches Erbe?

Otto! verſetzte Albrecht ernſtwas Du ſelbſt gebeten haſt, als wir alte Feindſchaft vergaßen und Du mich aufforderteſt, den Frieden mit Deinem ſiegreichen Feinde herzuſtellen, das habe ich Dir gebracht; erwarteteſt Du von des milden Hermann's Sinne ein Geſchenk vom Erbe Deines Großvaters?

Ich will Nichts! Nichts! Mag er behalten, was er ſein Erbe nennt! rief Otto in der leidenſchaft⸗ lichen Reſignation gekränkten Stolzes.

Das war das Wort, welches Hermann vor dieſen heſſiſchen Rittern, die ſich ihm unterworfen haben und deren Burgen in ſeinen Händen ſind, von Dir verlangt und das Du mit Brief und Zeugniß und Uebergabe des Sichelſtein's ihm beweiſen ſollſt. Meine Aufregung iſt anderer Natur ich bitte Dich, Otto, laß ab von Deiner Fehdeſucht, genieße in Frieden, was Dir Gottes Gnade ge⸗ geben hat; ein unruhiges, auf Gewalt ſinnendes Leben endet auch gewaltſam. Nimm ein Beiſpiel am Vetter Mag⸗ nus was hat er in ſeiner unruhigen Regentenzeit vom