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der den Gleiberg bei Gießen an den alten Landgrafen ver⸗ lor— dort der Löwe im Schilde iſt der Solms.“—
„Der dort links trägt auch einen Löwen! Das iſt der Schonenburg— ganz recht, mit dem herzförmigen quer⸗ getheilten Schilde; obere Hälfte der gekrönte Löwe, untere Hälfte gegittert;— auf dem Helm den wachſenden Löwen mit der Krone!— Ach! was iſt mein Göttingiſcher Löwe zahm geworden— aber ich will ihm ſelber den Splitter aus der hinkenden Tatze ziehen.“—
„Seht da, zwei ſchwarze, ſenkrechte Pfähle im ſilbernen Schilde“— ſprach Breido fort, der die Hand über die Augen hielt, um die Blendung der ſonnenglänzenden Luft zu ſchwächen, und nach den Wappen auf den Schilden der Ritter ſpähete.„Das iſt Graf Wittgenſtein und neben ihm hält— hm! Schild Roth und Silber ſchräg getheilt — ja, der Bickenbach iſt's, aus dem Ober-Rheingau und der Sippſchaft der Katzenellenbogen; iſt der Dornberg nicht dabei? Als die Burg Dornberg, trotz ihrer gewal⸗ tigen Höhe, nicht länger gegen den alten Heinrich von mir gehalten werden konnte, ging der Ritter nach Rumpenheim, das er als Lehn von der Abtei Lorſch beſitzt und nicht an⸗ gegriffen werden darf.“—
„Was ſehe ich?“— rief Otto, als die Zugbrücke nie⸗ derfiel und einer der Ritter aus der Menge hervordrängte und voranritt;—„ſieh', die beiden aufgerichteten rothen Balken und drei rothen Roſen im goldenen Felde, die beiden ſchwarzen Federn und die rothe Roſe dazwiſchen auf dem Helm— das iſt der Grubenhagener Vetter— zu dem
ich den Adelebſen ausgeſandt habe.“—


