3—
Sorgenbrecher!— Wir haben's gut im Sinne gehabt, es i*ſt nicht unſere Schuld, daß es ſo gekommen iſt!“— „Doch— Ranzau— doch— beim Teufel! Doch, es iſt Eure Schuld! Hal ich möchte meine beſten Freunde erwürgen, ich möchte die Welt vor Aerger herausfordern, daß es ſo gekommen iſt! Das ſchöne, reiche Land, das Erbtheil, das ich ſchon hatte und ſo ſchmählich durch das unter vermeintlichen, guten Freunden unbewachte Maul verlor!— Seht— da liegt das hübſche Land,— die verbotene Frucht!— Die Sonne lacht ſo goldig hinein, als wäre es Spott, daß ich hier oben ſitzen, das Verlorene anſehen und wie ein alter Geier von dem hohen Horſt zu⸗ ſchauen muß, wie meine Beute, die ich übermüthig fallen ließ, von einem gemeinen Habicht weggeſchnappt iſt! Wenn ich nur den dreimal vermaledeiten Eckhard von Rönfurt
hätte hängen ſehen— ſo wäre es doch noch eine einzige Rache geweſen, die ich für ſo viele Opfer genoſſen hätte. — Aber auch das nicht—— kein Fuß breites Stückchen Land; überwunden und gedemüthigt von einem Bücherhelden und Vesperſänger— verloren mein Geld, meine Leute,
viele meiner beſten Freunde und Ritter— der Hermann von Hanſtein, beide Söhne des Hans von Uslar⸗Gleichen. Hal ich mag ſie nicht alle nennen, die geblieben ſind und ich hundertmal vermiſſen werde!— Und nicht einmal habe ich den Eckhard, meinen perſönlichen Feind, hängen ſehen, an derſelben Kette, die er mir zum Spott trug! Hölle und Teufel!“— Der Herzog warf das Bein vom Stuhle und ſchlug mit der Fauſt feſt auf die Lende, während der Fuß heftig auf den Boden ſtampfte.
1*


