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krament, das uns bindet und verpflichtet, verletzt;— o ich bebe— daß Ihr in jähzorniger Leidenſchaft eine That be⸗ gangen habt, die jetzt vor Gott ſchwer angeklagt wird.“—
Der Herzog hatte ſeinen Bart geſtrichen, ſich hin und her gewiegt, als müſſe er ſeine Ungeduld dadurch verlar⸗ ven, und ſprach jetzt mit höhniſchem Tone:—„Hat Euch das der Pfaff eingegeben, fromme Seele?“——
Margarethe zuckte.—
—„Hal der möchte wol ſpioniren, um Mann und Weib zuſammen zu hetzen?— Eurer heiligen Neigung kann ich nicht folgen, das wißt Ihr;— laſſet Euch ge⸗ nügen, wenn ich mich Eurer Schönheit freue,— und was brauche ich zu opfern, wenn Ihr es zu Eurer Be⸗ friediguug thut auf meine Rechnung?“—
—„Iſt das die Sprache eines chriſtlichen Fürſten? Eines Gatten Antwort auf die Sorge und Angſt des Herzens ſeiner Gattin?“—
—„Schöne Heilige“— fiel Otto ein und blinzelte
it ſinnlichen Augen die Gattin an, deren leidende Schön⸗ ſelbſt einen überwältigenden Eindruck auf ihn machte; — wwerdet doch etwas weltlicher fröhlicher, lebensluſtiger
wie ich's gern habe;— mich ärgern Eure empfindſamen Thränen, lehet auf Erden und nicht im Himmel; vor der Welt bin ich ſtolz auf mein ſchönes Weib, aber im
Hauſe ſinde ich nur einen frommen Engel. Auf Erden ſollen wir irdiſch leben, das heißt ſündiger und wenn's genug iſt, macht man mit dem habſüchtigen Himmel bald die Rechnung ab. Die Pfaffen wollen nur Geld und Macht über die Gemüther haben— der Teufel ſoll ſie bei mir holen!“—


