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den Spieß zu treiben.“— Der Knappe bejahte mit der kühnen Miene, ſich einer kecken That bewußt zu ſein.— „Du ſollſt fortan mein Leibknappe ſein— nun geh!“— Der Herzog winkte den zum Danke Zögernden heftig hinweg, kreuzte die Arme über der breiten Bruſt und ging auf und nieder. Bald erſchien der blondlockige, kecke Edelknappe; der Herzog trat vor ihn, legte die Hand auf deſſen Kopf, blickte wohlgefällig in die braunen, mu⸗ thigblitzenden Augen, zupfte ihn ſpielend am krauſen Bärtchen und ſprach:—„Möchteſt Dir wol die Ritter⸗ ſporen verdienen, mein Hermann?“
—„Ei, Herr, heute lieber als morgen,— gebt mir Arbeit!“ antwortete er ſo keck und entſchloſſen, daß Otto lächelte und ihm die Backe kniff.—„Du biſt ein ſchmucker Burſche— trotzig, tollkühn— kann dieſer rothe Mund auch ſchweigen und zur Noth ein Mährchen erzählen?“—
—„Wie Ihr's fordet, Herr;— ich müßte Eures beſten Freundes Sohn nicht ſein.“—
—„Mag's nun gelingen oder nicht, ich ſchlage Dich zum Ritter für Deine Probe des guten Willens— ver⸗ nimm,— der Sperber iſt wie eine Ratte in die Falle gerannt— er liegt im letzten Gemache unter der Warte mäuschenſtill— laß ihn durch ein Paar der beſten Knechte gegen Mitternacht verſcharren, er iſt vom Schlage ge⸗ troffen, ſoll es heißen.“
—„Weiter habt Ihr keine Rechnung auf meinen Muth gemacht, Herr?“—
—„Höre weiter;— der Groner Vogt hat ein Mädchen geſtohlen, um es ſich zum Weibe zu zwingen, des Göttinger Maſchmüllers hübſche Tochter.— Was


