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Vater mich zum Weibe beſtimmt hat, dem ich entfloh und der mich in letzter Nacht raubte;— ich ſitze ſeit Mittag in dieſer Burg gefangen, wo ich des Herzogs Schutz ſuchte. Fraget nicht nach der letzten Stunde— mein Siun iſt verwirrt— kommt, verlaßt dieſe Gemächer, helft mir, ſchützet mich, ich bin ein ehrliches Mädchen— Ihr ſollt mein Leid erfahren!“—
Margarethe legte die Hand auf Gertrudens Scheitel und ſah ihr mit Wehmuth und dankbarer Milde in die braunen, unruhigen Augen.—„Ja, liebes Mädchen, ich will Dich ſchützen, Gott helfe uns Beiden!“— ſprach ſie leiſe und wie in ſchweren Gedanken.—„Laß uns beten, daß Gott dieſem Todten Erlöſung gewähre und den Mör⸗ der zur Buße leite— Gott! nimm mein Gebet gnädig auf und rechne meine guten Werke Dem an— der ſie ſelber verſäumt!“— Bei dieſen Worten kniete die Her⸗ zogin mit gefalteten Händen nieder. Gertrude folgte ihr, aus Herzensgrunde dem Himmel für die Wendung ihres Schickſals dankend. Als ſich die Herzogin erhob, waren ihre Augen feucht.— Henricus ſtand im Nebengemache, das Geſicht ſchmerzlich auf die Betende gerichtet; er war, da Sperber nicht wiederkehrte und die Gemächer offen ſtanden, ſtill und behütend der durch ihn erregten Frau nachgeſchlichen und eben in das Vorgemach getre⸗ ten, als ſie ſich zum Gebete niedergelaſſen hatte. Jetzt erblickte ſie ihn, eilte auf den Näherkommenden zu, legte ihr Geſicht auf ſeine Schulter und ſeufzte:—„Freund, meine Seele iſt tief verwundet— o mein Gott— Hen⸗ ricus, Du weißt, was dieſes Mädchen mir verſchweigt— ach! wie ertrage ich mein Loos!“—— Plötzlich richtete


