Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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gleiterin, den Armleuchter zu tragen und trat über die Schwelle. Niemand war hier. Da erblickte ſie eine menſchliche Geſtalt hinter dem Tiſche am Boden auf dem Geſichte liegen; ſie erſchrak und ſchwankte zurück.Wer iſt das? fragte ſie mit bebender Stimmetritt mit den Kerzen näher iſt es dieſer, welcher Dich ängſtigte?

Gleichzeitig fuhren die Herzogin und Gertrnde zurück.

Der Knappe des Herzogs? rief Margarethe, mit erbleichendem Antlitze und innerem Schauder den Blick auf Gertrude heftend, die ſtarr auf den regungs⸗ loſen Stummen am Boden niederſah;eben noch eilte er vor mir her er iſt todt ein furchtbares Ver⸗ brechen iſt geſchehen ſage mir, wer war hier vor die⸗ ſem in dem Gemache? War es dieſer, der Dir Gewalt anthat? Unglückliche, biſt Du in der Verzweiflung der Gegenwehr etwa ſeine Mörderin geworden?

Gertrude ſchüttelte mit dem Kopfe; bewegungslos, ſtarren Blickes war ſie keiner Sprache mächtig.

Bei Gottes Allwiſſenheit! rief die Herzogin die Hand feierlich hebendhaſt Du dieſe That vollbracht? Gertrude hob die Augen wehmüthig dem ernſten Blicke der Herzogin entgegen, ſah ſie bittend an, ſchüttelte das Haupt und ſprach mit leiſer Stimme: Gott iſt mein Zeuge, ich that nichts Böſes!

So bekenne, wer war bei Dir, wem entfloheſt Du, gegen wen kämpfte Deine Tugend?

O, Herzogin, dringet nicht in mich verlaßt mit mir dieſen fürchterlichen Ort; wollt Ihr mir gnädig ſein, ſo behütet mich vor dem Groner Vogte, dem mein