Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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Angſt glänzendes Auge die Zeugen erlittener Gewalt⸗ that waren.

O! Wenn Ihr die Herzogin ſeid, erbarmt Euch der Unſchuld eines Mädchens, kommt, o, kommt, brin⸗ get mich in Sicherheit, ich flehe Euch an, Ihr ſeht ſo fromm, heilig und wohlthuend aus, Gott wird es Euch vergelten!

Steh auf ſprach die Herzogin mit zitternder Stimme, wobei ſie Gertrude bei der Hand nahm und aufrichtete;ſie heftete einen langen, ſcheuen Blick nach der Thür des Gemaches, woraus das Mädchen ent⸗ flohen war; ſie wollte dahin ſchreiten, ſchien zu ſchwan⸗ ken, athmete krampfhaft ein und trat dann entſchloſſener vorwärts.

Gertrude hielt ſie zurück.Kehret um! bat ſie in Angſt und Verlegenheitbringet mich in Sicherheit, es iſt ſo unheimlich hier! Die Furcht, daß die Her⸗ zogin durch das Antreffen des Herzogs tief gekränkt wer⸗ den und dieſer vor den Augen der Gattin, in Gegenwart Gertrudens, eine Demüthigung erfahren müſſe, die ſeine Rache anreizen und ſie dem Vogte preisgeben könne, er⸗ füllte Gertrude mit dem Gefühle der Schonung gegen die edle Frau und den ſtolzen Herzog.

Die Herzogin zögerte, ſah das erregte ſchöne Mäd⸗ chen prüfend an, legte einen Augenblick die Hand, welche ſie von Gertruden losgemacht hatte, auf die Augen als ſcheue ſie ſich vor der Wahrheit, dann aber ſchritt ſie gegen die rothglaſige, halb geöffnete Thür. Gertrude folgte ihr ſchen und mit auf der Bruſt gefalteten Hän⸗ den. Muthig befahl Margarethe der zögernden Be⸗