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—„Die Herzogin! die Herzogin!“— ſtammelte Sperber, den furchtſamen Blick durch die Thür in das erhellte Nebengemach werfend.— Otto ließ den wilden Blick über das entweichende Mädchen flammen, doch in⸗ dem er ihr folgen wollte, ſah er im Hintergrunde des Vorgemaches die Herzogin, mit einem Armleuchter in der Hand, in ängſtlicher Haltung hervortreten.—„Verrath!“ knirſchte er in der wilden Stimmung ſeines von Natur, Wein, plötzlicher Störung, unbefriedigter Sinnengluth, Widerſtand und Beſchämung vor Mädchen und Gattin zum höchſten Ausbruche des Jähzorns getriebenen Cha⸗ rakters—„Schurke, Du haſt mich verrathen! Fahre hin, zu allen Teufeln!“—
— Ein erſtickender Schrei:„Gott ſei mir gnädig!“ — ein Niederſtürzen und leiſes Winſeln folgte dieſem Zornausbruche des Herzogs;— Sperber, vom Dolche ſeines Gebieters durchbohrt— lag zuckend am Boden.—
Gertrude hatte es nicht mehr geſehen,— kaum hatte ſie
die weiße Lichtgeſtalt in der Ferne erblickt, die einem ret⸗ tenden Himmelsboten gleich, der in der letzten Minute der Gefahr erſchien, als ſie hinausſtürzte, mit offenen Armen und wehendem Haar ſich ihr entgegen warf, zu den Füßen der betroffen und erſchrocken ſtehen bleibenden Herzogin die flehenden Hände emporhielt und athemlos rief:—„Erbarmen! Gott ſendet Euch zu mir, ſchützt meine Ehre, mein Leben!“—
—„Woher kommſt Du?“ fragte Margarethe, den auch in der Beſtürzung ſanften Blick auf das ſchöne Mädchen ſenkend, deſſen Hitze, aufgelöſtes Haar, hochwo⸗ gender Buſen, zerriſſenes Mieder, und von Thränen und


