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verheißender Röthe gleich, hatte ſeine ſtolze Form der Lippen in ein weiches Ermattungslächeln gemildert; das ſchlanke warme Leben war in der unbewußten Bewe⸗ gung des Schlafes zum eigenen Verräther über die Hut des ſittſamen Gewandes geworden. Der Herzog fühlte und genoß mit Gier den Eindruck der ſchlafenden Mädchengeſtalt; er ſtützte ſich auf die hohe Lehne über ſie, und blickte auf die wogende Bruſt, die hauchen⸗ den Lippen, die verhüllenden Wimpern, wie ein Ha⸗ bicht mit ſtechenden unbeweglichen Augen nieder. Das Lächeln befriedigter Sinnlichkeit erweichte den ſtren⸗ gen übermüthigen Trotz, der gewöhnlich ſeinen Mund beherrſchte, unwillkürlich ſchwankte er, ob im Halbrauſche oder in beutegieriger Unruhe eines Raubthiers ließen die erhitzte Röthe des Geſichts, der feuchte Augenglanz, die geſchwollene Stirnader unentſchieden; aber er ſchien in dieſer Augenweide an ſeinem Opfer die Leidenſchaft für daſſelbe abſichtlich zu ſteigern.— Des ſicheren Genuſſes und Sieges gewiß, ſpähete er nach dem Tiſche, um zu prüfen, ob Gertrude von dem Weine getrunken und etwa dieſes glühende Traubenblut der Gehülfe ſeiner Abſicht geworden ſei.
Gertrude ſeufzte, bewegte ſich, dehnte die ſchönen Glie⸗ der, lispelte mit den Lippen, legte die Hände in den Schooß und ſchlief weiter; jetzt war des Herzogs Leiden⸗ ſchaft zum Höchſten geſteigert; er trat mit feſteren Schrit⸗ ten an die Schlafende zurück, faßte ihre Hand, neigte ſein heißes Geſicht nahe vor ihre halbgeöffneten Lippen und ſchien zur That entſchloſſen. Der warme, weiche Hauch ihres Athems, der feine Duft ihres Buſens ſteigerte


