Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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Ein abweiſender Blick der Herzogin, ſtolz und doch voll ſanfter Gewalt, ſcheuchte den alten Knappen zurück; verzweiflungsvoll war ſeine Miene, drohend ſein Blick auf die weiterſchreitende Herzogin, die eben auf die Thür des zweiten Gemaches zuſchritt.

So weilet hier, ich bitte Euch, begann er mit unſicherer Stimmelaßt mich zuvor erſpähen, ob der Herzog ſchon eingeſchlafen iſt, ich will Euch melden, des Herrn Sinn iſt heute ſehr leicht gekränkt.

Wer ſteht ihm näher, die Gattin oder der Knecht? fragte Margarethe mit dem edelſten Stolze ihres liebreichen, der Frauenwürde bewußten Herzens und zugleich durch des Dieners Benehmen zu größerer Sorge um des Gemahls Beginnen getrieben.Hier bleibe zurück ich habe mit meinem Gemahl ohne Zeugen zu reden.

So ſei mir Gott gnädig! rief Sperber hände⸗ ringend und floh der Herzogin vorauf, durch die Reihe der Gemächer, in die nur ein bleiches Mondlicht herein dämmerte. Das Forteilen des Knappen zeigte der Her⸗ zogin den Weg, wo der Gemahl ſich befinden mußte; ſie kehrte, die nicht erleuchteten Räume vor ſich ſehend, noch einmal in das Zimmer zurück, wo die Wachskerzen auf ſilbernem Armleuchter brannten, ergriff dieſen und ſchritt ſchnell, wie ein zur Rettung herbeiſchwebender Himmelsbote, durch die nächſte offene Thür.

Wir haben den Herzog vorhin, mit einem Armleuchter in der Hand, ſein Gemach durch eine Seitenthür verlaſſen ſehen. Durch eine Reihe kleiner und großer Wohnräume,