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Herzogin war ſeiner ſchonenden Sorge aber vorausgeeilt, es lag die Folge nicht mehr in der Leitung ſeiner Hand. — Mit beklommener Bruſt, Gebete auf den Lippen, ſchlich er der Spur der Herzogin nach; er gelangte auf die Gallerie, wo des Fürſten Gemächer lagen; am Ein⸗ gange ſtand Sperber nicht mehr, aber der Page weilte hier mit der Wachsfackel, die Hellebardiere, welche hier Wache hielten, ſchritten theilnahmlos und ſtumm auf und nieder.—
Die Herzogin war eiligen Schrittes an den Eingang der Gemächer gekommen, wo Sperber wachte. Die un⸗ gewöhnliche Erſcheinung der hohen Frau in dieſem Theile des Schloſſes und um dieſe Zeit hatte den Alten nicht wenig ſtutzig und verlegen gemacht.—„Wo iſt mein Gemahl?“ rief die Herzogin, während der Page bereits die Thür öffnete und Sperbers hindernde Bewegung kaum beachtete.—„Verzeiht, fürſtliche Gnaden“— ſtam⸗ melte Sperber—„der Herzog ſchläft und hat mir bei meinem alten Barte ſtreng befohlen, ihn durch Keinen ſtören zu laſſen.“—
—„So will ich ihn wecken“— erwiderte die Her⸗ zogin mit dem Muthe der eigenen Aufregung—„bleibe hier— und auch Du, Kurd, ich will allein gehen!“— Der Page ſtellte ſich mit der Wachsfackel vor der Thür auf, Sperber aber drängte ſich der Herzogin nach und ſprach!—„Ich flehe Euch an, fürſtliche Gnaden— der Herr iſt übler Laune voll, ſetzet Euch nicht einem ver⸗ drießlichen Worte oder Blicke aus, erbarmet Euch meines Kopfes, ihr kennet des Herzogs Zorn gegen Alles, was ſeinem Befehle zuwider iſt!“—


