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—— Ein ſchneller unruhiger Blick entfernte die Be⸗ gleiterin; der Page trat mit der Wachsfackel weit zurück; die Herzogin ergriff des Paters Hand und ſah fragend, beängſtigt in ſeine erregte Miene.
—„Zürnet mir nicht, ich bin von einer Angſt erfüllt, die mich nicht ſchweigen läßt; ich flehe Euch an, um Gottes Gerechtigkeit willen, fordert ſogleich eine Unter⸗ redung mit dem Herzoge— laßt ihn rufen, Euch bei ihm melden.“—
—„Mein Gemahl! Iſt ihm ein Unglück begegnet? Ich will ſofort zu ihm— ſprich, was Du weißt!“—
—„Ich habe eine Ahnung, als könnte Euer Anblick eine Wolke im Gedanken des Herzogs zerſtreuen, als hättet Ihr eines Engels Dienſt zu leiſten.— Der Her⸗ zog iſt ohne ſeine Ritter vor einer halben Stunde heim⸗ gekehrt und es hat mich eine furchtbare Sorge um ihn ergriffen.“—
—„Ich eile zu ihm— ich werde ihn wecken, wenn er ſchläft, anreden wo er weilen mag, ich will ſeine Stirne küſſen, mich an ſein Herz legen— Gott! ſei mein Schutz! Sinnet er auf Fehde, Kampf, Ungerechtigkeit, ich will ihm den Frieden Gottes bringen!“— Mit dieſen Worten eilte ſie fort, den Corridor nach dem andern Flügel des Schloſſes entlang. Der Page ſuchte ſie mit der Wachsfackel wieder zu erreichen; Henricus ſah ihr mit gefalteten Händen nach, wie ihre weiße Engelsgeſtalt im Zwielichte des Mondes und der wehenden Fackel ver⸗ ſchwand.— Jetzt aber trat die Sorge um die Herzogin zu dem Gefühle der höchſten Gefahr;— er hatte die kühne That nur im letzteren Gefühle vollbracht, die 15*


