Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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ich fühlte einen Schlag im Nacken; ich mußte betäubt ge⸗ weſen ſein, denn als ich wieder zu mir ſelbſt kam, waren Reiter und Mädchen verſchwunden, Armbruſt und Jagd⸗ geräth fort und das Horn meiner Genoſſen erſcholl in der Ferne. Ich raffte mich auf, folgte dem Tone und traf mit ihnen mitten auf dem Felde zuſammen. Ich er⸗ zählte ihnen die Ereigniſſe, hatte aber ein ſeltſam Gefühl, das mich zwang, meine Freude und Unruhe über das Mädchen zu verſchweigen. Sie waren entrüſtet über meine Behandlung und den Raub meines Geräthes und woll⸗ ten Klage führen bei Gilde und Rath, aber ich beſchwich⸗ tigte ſie, es nicht zu thun, da der Vogt doch Recht be⸗ halten würde und ich allerdings jenſeits der Landwehr auf herrſchaftlichem Jagdrevier betroffen worden ſei— im eigentlichen Grunde aber konnte ich es nicht über mich gewinnen, mein Gefühl zu dem Mädchen mit dem öffent⸗ lichen Gerede der Leute zu vermiſchen und ich dachte, im Stillen eine glücklichere Jagd auf fremdem Felde nach Gertrudens Herzen zu wagen.“

Tile Freitag hatte mit geſteigerter Aufmerkſamkeit und der Geberde des Unwillens zugehört und den Raths⸗ mann herausfordernd angeblickt. Er wollte eben ein eifriges Wort bei lebhaft funkelnden Augen und rötheren Wangen beginnen, aber Helmold fuhr fort:—„So ge⸗ ſchah es, daß ich keine Klage erhob und nur meine Ge⸗ fährten davon im Gildehauſe und Bierſtübchen ſprachen. Ich verließ ſie vor der Stadt, um nach der Mühle zu gehen;— Der Vogt war dort, ſeine Kuechte ſtanden neben den Pferden draußen an der Leine. Am nächſten Tage machte ich mich abermals auf den Weg, ich wollte dem