ſetzte Roden faſt beleidigt;„hat es dem Herzoge gefallen, mir ſeine Gnade darzubieten, ſo nehme ich ſie in Ehr⸗ barkeit als ein Geſchenk für Rath und Stadt an, nim⸗ mer aber würde ich auf Seiten des Quaden ſtehen, wenn er unſeren bürgerlichen Rechten auch nur um eines Mäd⸗ chens wegen und um eines Schillings willen Abbruch thun möchte. Ich halte aber dafür, daß friedliches Ein⸗ vernehmen das größte Glück der Stadt iſt, denn unſer Handel und Gewerk ſind nur im Frieden gedeihlich und wer vor der Hölle wohnt, muß mit dem Teufel gut Freund ſein; Ihr, Tiele, ſeid ein geſchworner Gegner des Herzogs und der Ritter; ich ehre Euren Siun für Bür⸗ gerfreiheit und gutes Recht der Städter, Ihr ſagtet ſelbſt, daß unſere Zeit eine ſchlimme ſei; nun ſo laßt uns die Zukunft beſſer machen, indem wir in kluger Ruhe und mit mancherlei kleinen Opfern für den Frieden, unſeren Wohlſtand im Stillen mehren, unſere Macht verſtärken und unſeren Boden durch Kauf⸗ und Pfandbrief vergrö⸗ ßern, denn nur diejenige Zeit nenne ich glücklich, wo die Städter frei und ſtark ſich ſelbſt regieren nnd die Bür⸗ ger mächtiger als die Ritter ſind. Und wenn die Städ⸗ ter ſtark und reichsunmittelbar werden, dann fallen die Burgen der Adligen wie Strohhäuſer, und was das Schwert der Bürger nicht ſtürzt, das bringt die Armuth der Ritter einſt gewiß zu Ende. Aber nun laßt uns das heutige Feſt nicht mit argen und finſteren Gedanken trü⸗ ben; beendigt Eure Geſchichte, Helmold, ich kann Euch dann vielleicht darauf mit gutem Rathe dienen.“
„Ich freue mich Eures Wortes, Werner, wir ſind


