Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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großes Tournier als ein Zeichen der Gunſt neu beſiegeln will. Wie leicht kann er die Mühlen, die wir gebraucht haben, die Landwehren, die wir baueten, den Zoll am äußeren neuen Thore, unſere eigene Gerichtsbarkeit, wo⸗ nach jeder Bürger nur vom Rathe gerichtet werden und kein herzoglicher Amtsdiener ferner einen Bürger mehr aufgreifen, wegführen oder verurtheilen, oder Laud und Dorf pfänden darf, durch böſen Willen umwerfen, ſchmä⸗ lern und uns in neuen Streit treiben! Was helfen uns die Zeugen, die unſer Privilegium urkundlich mit unter⸗ ſchrieben haben, der Hermann von Colmar, der Ritter von Gladebeck und der Mündener Bürger Hans Helm⸗ brecht, wenn der Herzog willkürlich handeln will? Die vielen Ritter, die heute zum Tournier in unſere Stadt gezogen ſind, ſtehen ihm mit Reiſigen und Mannen jeder⸗ zeit bei und ſeine Gunſt, die er der Stadt durch dieſes Feſt erweiſet, iſt zugleich ein Schauſpiel, das uns an ſeine Macht und Uebergewalt mahnt.

Ja, Werner, das letztere glaube ich; auf die große Gunſt gebe ich nichts; dem Privilegium und dem ganzen Landfrieden traue ich nicht und des Herzogs gnädige Zu⸗ ſage, künftig Euer Haus ehren, über Eure Schwelle tre⸗ ten und Euren Sohn, wenn Gott Euch damit ſegnen möchte, aus der Taufe heben zu wollen, bleibt wol nur zur Ehre Eures Hauſes und Weibes ein geſprochenes Wort und er hat, wo es ihm nicht nach dem Sinne ging, ſchon manchmal ſein Wort nicht gehalten.

Haltet mich nicht für einen Verräther an meinem Hauſe und an der Bürgerſache, eitler Fürſtengunſt und gemeiner Ehre eines begnadigten Knechtes wegen! ver⸗

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