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„Ja, der alte Rabe iſt des Herzogs Freund und wilder Kumpan“ fiel Tiele Freitag ein,„um deſſen Freund⸗ ſchaft willen er vor ſechs Jahren vom Mainzer Erz⸗ biſchof in den Kirchenbann gethan wurde, weil ſie das ganze Eichsfeld überfielen und plünderten. Ein nichts⸗ würdiges Handwerk und eine Schande, daß der Herzog mit ihnen gemeinſchaftliche Sache machte. Was ſoll man gegen die Ritter zürnen, wenn die Fürſten ſelber rauben, ſengen und brennen.“
„Darum eifert nicht zu laut und frei gegen die Han⸗ ſteiner!“— ſagte Werner Roden.—„Das iſt mein guter Rath, denn der Herzog hält noch immer mit ihnen und ſie werden auch wol beim Tourniere ſein!“ Tiele Freitag ſchien dieſen Rath unwillig zu vernehmen und fiel ſchnell in Roden's Rede mit der Frage ein;„Aber wo bliebet Ihr mit dem befreiten Mädchen und was habt Ihr gethan, daß der Müller ſein Kind in der Herzogin Schutz gab?“—
„Ich wollte das herrliche Mädchen heimführen und durch meines Herzens kühnere Rede vertraulich machen und mir des Vaters Ja ſelber holen; ſie faßte Muth und Zutrauen und geſtattete mir, ſie an der Hand zu führen.“
„Ihr entbranntet in Liebe zu ihr;— das ſchlagt Euch aus dem fröhlichen Sinne, denn es könnte eine üble Wen⸗ dung nehmen!“ ſagte Roden.—„Möglich, daß der Han⸗ ſteiner das Mädchen vergeſſen hat, aber er wird nicht den Groll auslöſchen, daß er vor einem jungen Bürger hat die Flucht ergreifen müſſen. Hätte er Euch in dem
Nebel erkannt oder erführe er, wer Ihr ſeid, ſo möchte
es Eure Perſon und wol gar die Stadt vergelten müſſen.“ — 2*


