Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / von Hermann von Maltitz
Entstehung
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Genoſſen riefen mich, da ſie im Nebel bei dem Verfolgen des Hufſchlages weiter hinausgerathen waren; ich ant⸗ wortete ihnen nicht, ich war in des Mädchens Anblick ſo verloren und ſo wunderbar zu Muthe, daß ich durch eines Andern Nähe oder ein lautes Wort meine Seligkeit zu verlieren glaubte. Sie mußte erkennen, was mich erfüllte, ſie ſah mich groß an, anfangs mit ängſtlicher Miene, dann ſo dankbar und geheimnißvoll lächelnd, daß ich meine Hände auf ihre Schultern legte, mein Geſicht nahe vor das ihrige hielt und ſie anſah, wie ein heiliges Muttergottesbild. Auch ſie war ſtumm geworden und ſchauete ſo tief in meine Augen, als ob ſie in meine Seele lauſche; plötzlich erſchrack ſie, ſandte die Blicke ängſtlich umher und flehte, daß ich ſie ſchnell heim be⸗ gleiten möge. Aus der Ferne erſcholl das Jagdhorn meines Jagdgefährten Hans Gieſeler durch den Nebel, der mit jeder Minute ſtärker wurde; ich gab dem Freunde kein Gegenzeichen, denn ich wollte mit der holden Maid allein bleiben.Kommt, ſagte ich,der Weg nach der Maſchmühle geht dort hinaus, fürchtet nicht des Ritters Rückkehr, meine Jagdgenoſſen werden ihn vollends ver⸗ ſcheucht haben. Ihr könnt mir vertrauen, ich bin eines Göttinger Bürgers Sohn. Aber kanntet Ihr den jungen Frevler nicht? Sie antwortete im Weitergehen:er kam von der Stadt, konnte höchſtens zwanzig Jahre alt ſein, und trug auf dem Wappen drei ſchwarze Mond⸗ ſicheln von einander abgekrümmt.Das ſind die Hanſteiner rief ich,die größten Räuber und Wegela⸗ gerer der ganzen Gegend an der Werra, des Herzogs beſte Freunde..