iſt, der von den Bürgern lebt und nach Gunſt der Ritter und Höflinge trachtet nnd einen von des Herzogs Amt⸗ leuten zum Schwiegerſohn haben möchte, den Vogt zu Grone, durch den er die Mühle dort vom Herzoge für einen Kuppeldienſt zu erwerben trachtet.“—
„Leider vergeſſen ſich die Bürger oft in ihrer ange⸗ borenen Natur, Pflicht und Ehre, daß ſie die gemeinſame Sache der Stadt verlaſſen und um Ritter⸗ und Fürſten⸗ gunſt buhlen, des leidigen Vortheils und gemeinen Ge⸗ winnes wegen“— murmelte Freitag.
„Laßt am heutigen Feſte keine üblen Gedanken und Stimmungen aufkommen“— fiel Roden ein—„wie ſteht Ihr mit dem Müller und der Tochter, Helmold?“—
„Ich will Euch die Sache erzählen; ich habe ſelber nur wenig darüber geſprochen, weil ſich zwiſchen meinen Groll noch ein anderes Gefühl miſcht, das zu empfind⸗ lich iſt, um in der Gilde und vor den Leuten preis ge⸗ geben und begutachtet zu werden. Aber vielleicht könnt Ihr mir helfen;— ſeht die Rennbahn iſt noch leer gleich den Altänen, laßt uns hier noch ein wenig am Schanz⸗ graben gegen das Nicolaithor hinabgehen; den Auszug von der Burg können wir an dem Trompetenzeichen hören und ich ſchaue dem Spiele der Ritter nur zu, um meinen Groll gegen die übermüthigen Tagediebe zu näh⸗ ren, denen ich noch einmal eins anthun muß, früher oder ſpäter— und um— nun ja, um nach Gertruden zu ſpähen.“ 3
„Ihr liebt das Mädchen?“— fragte Werner mit einem prüfenden, aber zugleich warnenden Blicke auf den jungen Bürger,—„dann fangt keine Händel mit den


