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Hanſtein genannt, wundert es Euch nun, wenn ich da⸗ ran denke, daß mir ein zweifaches Unrecht geſchehen iſt?“—
„Seid kein Schwärmer“— ſprach der Rathsherr— Ihr denkt an des Maſchmüllers ſchöne Tochter;— da ſie in der Herzogin Schutz und Dienſt gekommen und die hohe Frau geſtern Abend eingetroffen iſt, ſo werdet Ihr ſie heute vielleicht ſehen.“
„Iſt es denn eine Gnade der Herzogin, daß ſie das Mädchen in Harſte feſthält und ſich zum Dienſte befiehlt, um ſie etwa einem Diener zum Lohne zu geben? Ich
hätte die Gertrude ſchon ſelber ſchützen wollen, wenn ich
ihrer nur hätte anſichtig und habhaft werden können; und hätte dem Amtsvogte oder dem Junker von Hanſtein oder einem andern Herrn Heckenritter jemals wieder nach dem füßen, friſchen Bürgerblut des Mädchens von der Maſch⸗ mühle gelüſtet, ſo hätte er ſie mitten aus Göttingen heraus⸗ holen müſſen!“
„Ich ſage ja, wir leben in unglücklichen Zeiten“— fiel Tiele Freitag ein—„ein Jeder lebt mitten im Kriege, trotz Landfrieden und Schutzbrief.“—
„Habt Ihr denn die Tochter des Maſchmüllers ſchon früher gekannt?“— fragte Werner Roden mit aus⸗ horchender Zurückhaltung eines beſonnenen Mannes;— „Erzählt mir die Geſchichte, ich hörte nur davon gerücht⸗ weiſe ſprechen und der Müller iſt nicht Euer Freund; auch iſt er mit der Tochter Dienſten bei der Herzogin völlig einverſtanden, wie man mir ſagte.“—
„Einverſtanden? Ja, weil er nicht ehrlichen Gewer⸗ kes Freund, weil er ein hochfahrender, eigennütziger Mann


