worden, redete in allen Fällen, wo er das Wort führen durfte, für die Gerechtſame der Bürgerſchaft, hielt ſtreng auf die Privilegien der Stadt und war durch Anſicht und Erfahrung ein ſtill grollender Feind der Ritter und in allen Fragen des Gemeindewohls ein mißtrauiſcher Gegner des Herzogs Otto geworden.—
Ein paar Mönche des Paulinenkloſters, welche ihnen begegneten, gab dem munteren, aber ſeinen Bekannten ſeit einiger Zeit kopfhängeriſch erſchienenen Berthold Helmold zu der Frage Veranlaſſung:„Ob die ehrwürdigen Väter wohl dem Tourniere zuſchauen werden? Ich glaube nicht, daß ſie es wagen, heute dagegen zu eifern.“—
„Glaubt mir, junger Freund“ erwiderte Tiele Freitag— „die Ausſöhnung des Quaden mit der Kirche iſt nur eine Freundſchaft zwiſchen Hund und Katze; es hat Mühe und Opfer genug gekoſtet, den Kirchenbann von ihm abzuthun, als er die ſchöne, fromme und junge Margarethe zum Beilager führen wollte.— Die milde Engelsſeele thut mir im Herzen leid, das Gemahl eines ſo wüſten und ſtreitluſtigen Herrn zu ſein;— ſo wenig wie er das gute Recht der Ritter und Städte achtet, wird er auch der frommen, edlen Herzogin Sitte und Frauenrecht für gültig genug halten, um ſeinen Eigenwillen und wüſten Sinn an ihrem ſanften Herzen zu beugen. Man erzählt ſich, daß die gütige Frau viel Kummer in ſich verbirgt und mancherlei üble Behandlung von ihrem Gemahl erdulden, auch eine höhere Sendung ihres Schickſals darin erken⸗ nen ſoll, die Unbill des Herzogs in's Geheim an Denen wieder gut zu machen, die ſeinen und ſeiner Genoſſen Uebermuth und böſen Sinn erfahren haben.“—


