mit violetter Seide reich gebauſchten Wammes trug, die breite Spitzenkrauſe, der mit Pelz verbrämte braune Mantel, der Degen am geſtickten Gürtel und der Klapp⸗ hut mit der weißen Feder verriethen nicht nur den ange⸗ ſehenen, vornehmen Bürger, ſondern auch das Mitglied des Rathes. Er war der reiche Rathsmann und Kauf⸗ herr Werner Roden.
Sein Begleiter zur Rechten war ein jüngerer Mann; ein friſches, muthiges Geſicht, ein lebhaftes, hellblaues Auge, ein röthlich blondes Kopf⸗ und Barthaar deuteten auf Jugend und Frohſinn, ſeine Kleidung war einfach aber fein und von dem Schnitte der Wohlhabenden; die Hand lag auf dem eiſernen Korbgriffe eines tüchtigen Schwertes und während der Rathsherr in hohen Klapp⸗ ſchuhen neben ihm ſchritt, trug er braune, ritterliche Stiefel mit übergeſchlagenen Stulpen. Er war der junge dreiundzwanzigjährige Bürger Berthold Helmold, eines Brauers Sohn, ein Freund der Waffenkunſt und der Jagd, beliebt in der Gilde wegen ſeines frohen Sinnes und muthigen Wortes, ein Meiſter der Armbruſt beim Vogel⸗ ſchießen, und bei Nothwehr und Schutz der Stadt einer der erſten unter den waffenfähigen und kampfluſtigen Bürgern. V
Der etwa fünfundvierzigjährige, enſte, etwas finſter blickende Mann, welcher dem Rathsherrn zur Linken ging, war der Bürger Tile Freitag, angeſehen in der Stadt und befreundet mit den erſten Einwohnern und Patri⸗ ziern; er beſaß ein ſtattliches Haus und ein großes Ver⸗ mögen, er hatte mancherlei Gutes und Schlimmes erlebt, war dadurch feſt und vorſichtig in ſeiner Geſinnung ge⸗


