waren, um ſeiner Luſt an Streit und Waffengebrauch zu dienen.—
Als einziger Sohn des Herzogs Ernſt, der 1367 auf dem Schloſſe Harſte verſchied, gelangte Otto in demſelben Jahre zur Herrſchaft über die Göttinger Lande, und ſein ebenſo muthiger, wie feuriger Geiſt, der ſchon im Knaben durch die glänzende Außenſeite des Ritterthums gelockt und mit Luſt an jeder Fehde erfüllt worden war, trieb ihn auch als Jüngling und Mann auf die Stechbahn und in das kriegeriſche Spiel, worin er es bald vielen Anderen zuvorthat, und reizte die Kraft und Selbſtſtän⸗ digkeit des regierenden Fürſten, ſeine Waffenluſt nun auch bei jeder Gelegenheit im Spiele oder blutigen Ernſte an⸗ zuwenden.
Der damalige Geiſt der Zeit, die Gültigkeit des Fauſt⸗ rechts, die kriegeriſch erzogene Ritterſchaft, der Uebermuth derſelben auf wohlbefeſtigten Burgen, der Zuſtand einer ſtets gerüſteten Nothwehr und die von Beute lebenden, dem Fleiße und Handel des Bürgerthums gänzlich fremden Adligen, die kaum mehr vor der Gewalt der römiſchen Kirche Achtung hatten und ſelbſt die Biſchöfe zu waffen⸗ führenden Freunden oder Gegnern zwangen, alles dieſes hatte den Herzog Otto ſo lebhaft ergriffen und in die Richtungen ſeiner Zeit hineingeriſſen, daß er ſchon als junger Fürſt, vor der Zeit ſeiner eigenen Selbſtſtändigkeit als Landesherr, mit der Ritterſchaft der Umgegend ge⸗ meinſchaftliche Sache machte, an ihren Streifzügen und Gewaltthätigkeiten Antheil nahm, und ſpäter als regie⸗ render Fürſt, wo er hätte Richter und Gegner der rohen, gewaltſamen und übermüthigen Handlungen des Adels


