Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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nige ſind gekommen, die Sterner haben offne Partei für ihren neuen Hauptmann Otto genommen, der Graf Zie⸗ genhain hat ſich, um Euch ſeine Feindſchaft zu erklären, mit Agnes von Göttingen vermählt, die noch ſchwankenden Dynaſten im Lande treten ſchaarenweiſe in den Sternbund. Wo ſind unſere Freunde? Wo Eure Lehensleute? Nur die Städte, die Ihr nie recht geachtet habt, ſind Euch treu ge⸗ blieben und ſammeln ſich unter unſerem Banner. Wohlan, ich fürchte den Kampf nicht, wenn Ihr ausharren wollt. Da kommt Ritter Eckhard fraget ſeine Meinung.

Eckhard von Rönfurt, in voller Rüſtung war eingetreten.

Sieh', Hermann rief der alte Landgrafder geharniſchte Mann gefällt mir mehr, als deine Klage. Was haſt Du zu berichten?

Herr ſprach Eckhardder Herzog iſt von Mün⸗ den, Bramburg, Friedland, Brakenberg und dem ſchnell aufgebaueten Sichelſtein in's Land eingedrungen, hat Dörfer angezündet, Vieh weggetrieben und Gefangene fortgeſchleppt; der Graf Katzenellenbogen hat, weil Ruprecht von Naſſau auf Eurer Seite ſteht, die Stadt Hadamar genommen; von der Burg Dornberg aus verwüſtet der Breido von Ranzau das Land die Mitgift zur Heirath des Ziegenhain hat der Herzog aus dem Raubantheile aus Eurem Erbe im Voraus beſtimmt.

Das ſoll ihm der Teufel geben! rief der alte Land⸗ graf, indem er zornig auf den Tiſch ſchlug;nun, Eckhard, Du bitteſt mich nicht um Frieden? 3

Mit ſtolzem Blicke ſah der Ritter den Greis an, der flammend ſeinen Neffen fixirte.