Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Wie wäre es, Oheim ſprach der junge Mann, ſeinen Blick aus einigen Schriften aufſchlagendwenn wir darauf bedacht wären, Eurem Alter den Frieden zu geben, den ihr im Leben nur wenig genoſſen habt? Unſere Sachen ſtehen ſchlecht; zürnt mir nicht, wenn ich Euch den Vorſchlag zu machen wage, den heißen Sinn Eures Groß⸗ ſohnes abzukühlen, ſein gereiztes Gefühl der Rache zu ver⸗ ſöhnen und ihm einen Theil des Heſſenlandes gutwillig als Erbtheil zuzuſchreiben; dann genügt ihr Eurem Willen, dem erſten und letzten, und ſeid beiden Zweigen Eures Stam⸗ mes gerecht. Ich habe Thüringen und kann den Theil Heſſens an der Weſer leicht verſchmerzen.

Biſt Du ſo ſchnell kleinmüthig geworden ant⸗ wortete der alte Landgraf verdrießlich.Ha! Möchteſt wol an die Bücher und in die Hora zurück? Der Sinn des eiſernen Heinrich ſollte noch zuletzt ſo zu Schanden werden, daß er ſich vor ſeiner Tochter böſem Sohne und den aufrühreriſchen Sternern fürchtet und ſich weibiſch wan⸗ delt, wie das Aprilwetter? Soll ich alter Greis den jungen Mann beſchämen und für ihn das Schwert ergreifen, um mein Erbe zu halten? Ich habe Dich einmal zu meinem Nachfolger eingeſetzt Hermann, Hermann! daß ich nicht im Grabe den Schimpf erdulde, wie mein Land ein Raub des Otto, eine Beute der treuloſen Ritter wird!

Oheim! Nennet meinen friedlichen Vorſchlag nicht Feigheit, Muthloſigkeit, Kleinmuth; wollt Ihr den Krieg, ſo i*ſt's gut und ich werde ihn führen und das Schwert zu Ehren bringen, das Ihr in meiner Hand mißachtet; Ihr habt Eure Ritter und Vaſallen aufgeboten, aber nur we⸗

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