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bittender fuhr ſie fort:—„Hanna— könnteſt Du meinen Kampf fühlen— laß mich allein, ich muß allein ſein!“—
Hanna entfernte ſich.— Nach einer Viertelſtunde trat Henricus ein; ſein Blick ruhete ernſt auf der, im Seſſel träumenden Herzogin; er blieb an der Schwelle ſtehen und auf ſeiner Miene trat das Mitleid hervor. Als Margarethe, die ihn nicht beachtet hatte, heftig aufſchluchzte und mit be⸗ tender Stimme flüſterte:—„Ach, ich habe des Herzens Schickſal erfahren— Gott! gieb mir Kraft, es durch treue Pflicht der Herzogin zu fühnen!“— da trat Henricus ſchnell an ſie heran und wollte reden; ſie aber kam ihm zu⸗ vor und ſprach:—„morgen— dann will ich beichten und Dich um Abſolution bitten!— Habe ich Sünde gethan, ſo will ich ſie büßen— der Himmel ſei mir gnädig!“—
Es war ein heiterer Märztag. Der alte Landgraf Hein⸗ rich ſaß in ſeinem Seſſel am Tiſche, wo er am vorigen Michaelistage bis tief in die Nacht finſter gegrübelt und gegrollt und den Entſchluß gefaßt hatte, der in ſeinen un⸗ vermutheten Folgen ihn heute noch finſterer ſtimmte, als jemals; neben ihm ſaß ein jugendlicher Mann mit hellen, klugen Augen, blaſſem Geſichte, geiſtigem, gutmüthigen Munde, von blondem kurzen Barte umkräuſelt; in der Tracht eines Ritters, im violetten, mit Hermelin verbrämten Wamms und Miäntelchen, zeigte ſeine Geſtalt einen edlen, faſt zierlichen Bau, ſeine Hand war weiß und weich, als ſei das Schwert an ſeinem Gürtel nur Schmuck. Der alte, greiſe Landgraf ſah ihn mit ſeinen Adleraugen ſtechend an und hörte deſſen Rede.


