Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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und wo Henricus mit Hanna auf ſie zueilten.Dieſer iſt ein Diener Gottes! ſagte ſiefolgt mir!

Vor der Kirchenthür ſtanden Reiſige, die den Peraus- tretenden die Hellebarden vorſtreckten und die beiden Mönchs⸗ geſtalten ſcharf anſahen.Zurück! die Herzogin! rief Margarethe, den Schleier hebend und das heiße Geſicht dem hellen Mondlichte ausſetzend. Die Reiſigen ſtutzten und wichen ehrerbietig zurück. Schweigend gelangten die ſchnell Schreitenden an den Bollrutz; Niemand wagte ſeine Ge⸗ danken laut werden zu laſſen. Zwiſchen Burg und feſtem Nicolaithor blieb Margarethe ſtehen und blickte mit ver⸗ ſchleiertem Antlitze den Führer an; dieſer wollte ihre Hand drücken, ſie lähmte ſeinen Willen durch eine ſtolze, abweiſende Haltung.Henricus ſprach ſieweilet hier mit dieſem Manne; ich werde ein Pferd ſenden die Wache am Nicolaithore ſoll ihn als einen Boten von mir hinauslaſſen! Dann ſah ſie den Verhüllten feſt und lange an wendete ſich ſchweigend ab und ſchritt mit Hanna den Weg gegen das Schloß hinauf.

Hier angekommen befahl ſie dem Pagen, ein Pferd nach dem Nicolaithore bringen zu laſſen; Hanna ſah den Pagen forteilen, die Herzogin an das Fenſter treten und in den Mondhimmel ſtarren. Wehmüthig nahete ſie ſich der Schweigenden, legte den Arm um ſie und dieſe ſchreckte auf. Margarethe! ſprach Hanna theilnehmendDein Herz iſt ſo bewegt!

Schweig! fiel Margarethe heftig einlaß, mich allein Dein Blick demüthigt mich! lind ſanfter,

Maltitz, Herzog. II.