Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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ſegnet mein Schwert! Er ließ ſich auf ein Knie nieder und ſah ſchwärmeriſch zu ihr auf. Das Mondlicht ſchien ſie mit einem Heiligenſcheine zu umgeben.

Ritter! ſeufzte ſieEckhard, ach! wie qual⸗ voll prüft Ihr mein Herz! O! Königin des Himmels ſteh' mir bei! Lebet wohl! Wir dürfen uns niemals wiederſehen. Gott ſei mit Euch und mir ich will für Euch beten. Lebet wohl! Sie hatte die Hand auf ſein Haupt gelegt mit klopfendem Herzen, glühenden Wangen, ſcheuem Blick neigte ſie ſich und ihre heißen Lippen berührten flüchtig ſeine Stirn. Dann floh ſie zurück, winkte den Ritter mit der Hand fort und eilte auf die Altarſtufen zurück, wo ſie das verſchleierte Geſicht auf das Kiſſen des Betſtuhles barg. Eckhard ſah ihr nach, ſtreckte die Arme hinter ihr her, warf einen leuchtenden Blick zum Mondhimmel empor, hob die gefalteten Hände, ſah noch einmal nach der dämmernden Geſtalt vor dem Altare und verſchwand im Schatten des Kreuzganges.

Gleich darauf erſchien Henricus mit Hanna; er ſpähete nach der ſtill am Altare Liegenden, näherte ſich unruhig zögernd und rief:Durchlauchtige Frau, verzeiht, daß ich Eure Andacht unterbreche. Margarethe ſprang er⸗ ſchrocken auf und blickte ſcheu nach der Säule, wo eben der Ritter geknieet hatte. Hanna eilte hinzu und ſchloß behütend ihren Arm um die Freundin.

Verzeiht fuhr Henricus fortes ſind Reiſige vom Bollrutz vor den Eingängen der Kirche ſie ſuchen einen heſſiſchen Spion, der in Mönchsverkleidung vor der Burg und in der Gegend dieſer Kirche geſehen iſt man