Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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noch achtet, da ich den Herzog eben ſo tief verachte, wie ich Euch anbete. Ihr redet mit der Gemahlin des Herzogs 14

Ja, mit der edlen Frau, der ich mein Herz und meine Ritterehre gewidmet habe; durch mich verlor der Herzog ſein Erbe, durch mich hat Euer Haupt die Landgrafenkrone Heſſens eingebüßt; dieſe Kette trage ich als ein Zeichen Eures Vertrauens, Eurer Sympathie; ich kann ſie nicht mehr mit Ehren beſitzen, wenn Ihr meine That verurtheilt. Nehmt ſie hin ich ſehe Euren Blick finſter in mein Leben weinen.

Margarthe griff haſtig an ſeine Arme, um zu ver⸗ hindern, daß er die Kette vom Halſe nähme;traget ſie ſprach ſie ſchnellIhr ſeid ein Ehrenmann! Ritter Eckhard bemächtigte ſich in Begeiſterung und Liebesgefühl ihrer Hände, bedeckte ſie mit ſtürmiſchen Küſſen und preßte ſie ſelig vor ſeine Augen.Entfernet Euch bat Margaretheich höre in der Ferne Schritte verhüllt Euch ich flehe Euch an im Namen des Himmels, rettet Euer Leben ängſtigt mich nicht zum Höchſten!

Ol noch einen Blick des Segens ich bin ein Glück⸗ licher, da ich weiß, das Euer Herz meine That nicht ver⸗ dammt; nun ſcheide ich leichter, nun fürchte ich Kampf und Tod nicht; auf der Burg ſuchte ich Euch in dieſer Kleidung, indem ich nach Henricus fragte ich erfuhr, daß er Euch hierher geführt habe; ich drang durch eine Nebenthür in dieſe Kirche ein, hörte Euch beten, weinen, ſeufzen. Lebet wohl! Euer Bild, Euer Name, Euer Blick werden mich bis in den Tod begleiten; ſegnet mich