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dorthin, da es ihr war, als antworte ein geiſterhaftes Weſen klagend auf ihren Schmerz; eine undeutliche Geſtalt, einem Mönche ähnlich, lehnte am dunkeln Pfeiler; ſie glaubte Henricus zu gewahren, erhob ſich und wollte ſich ihm nähern. Da trat die Geſtalt heran— ein Streif des Mondlichtes verrieth, daß ſie größer war, als Henriens;— ehe Mar⸗ garethe zurückweichen konnte, fühlte ſie ihre Hand ſtürmiſch ergriffen und ſich in den Schatten der Säule gezogen.— „Ich bitte Euch, ſchweigt!“ flüſterte eine männliche, erregte Stimme—„vergönnt mir dieſen Augenblick— ich mußte Euch ſehen, ſprechen!“— Der Menſch, in eine Franzis⸗ kanerkutte gehüllt, das Geſicht mit der Kaputze halb bedeckt, fiel auf das Knie vor der Herzogin nieder, preßte ihre Hand an ſeine Bruſt und flüſterte in Leidenſchaft:—„Ich ſah und hörte Euch beten; verzeiht mir, herrliche, holdſelige Frau— ich habe Euch in großes Leid gebracht, gönnt mir Euren Blick— ich könnte nicht ſterben, ohne Euren ver⸗ zeihenden Blick—. ach die Thränen, die eben auf die Altar⸗ ſtufen fielen, habe ich veranlaßt!“—
Margarethe befreiete ſich von den fremden, brennenden, kühnen Händen und fragte überraſcht:„Wer ſeid Ihr? Vergreift Euch nicht an der Herzogin!“—
„Wie eine heilige Madonna habe ich Euer Bild in meinem Herzen bewahrt, bei Eurem Namen habe ich gebetet, in Gedanken an Euch habe ich gehandelt.“
„O, mein Gott! Welche Stimme!“— rief Margarethe aus faſt tonloſer, beklommer Bruſt, und zog in Beſtürzung den Mann aus dem Schatten der Säule in das weiche Mondlicht. Jener hatte die Kaputze fallen laſſen, die Kutte


