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tag's, Helmold's, Rauſchenplaten's und anderer einflußreichen Männer, dem Herzoge nachgeben und vor deſſen Abzuge den Abſage⸗ und Fehdebrief an den Landgrafen aufſetzen mußte. Margarethe, von dieſer Kunde erſchreckt, war zum Herzoge gedrungen, hatte ihn mit Thränen beſchworen, von jeder ungerechten Sache abzuſtehen, den alten Großvater zu ehren und ſeinen Zorn durch edles Handeln zu verſöhnen; Otto aber hatte ſie mit höhniſchem Lächeln abgewieſen und ſie beſchuldigt, ſeiner Feinde Genoſſin zu ſein. Erſchüttert war ſie in ihre Gemächer zurückgekehrt, weinend ſah ſie bald darauf den Gemahl mit ſeinen Sternern, ohne Ab⸗ ſchied von ihr, aus dem Schloſſe reiten.— Ihr bedrängtes Herz hatte nur Gott und die Heiligen zum Beiſtande— ſie fühlte ſich vom frommen Geiſte getrieben, in der Sanct Albanikirche, wo einſt Bonifacius die erſte Kapelle zur Ehre des Heilands und des Märtyrers im Glauben, des heiligen Albanus, errichtet hatte, vor dem Altarbilde des jüngſten Gerichtes die himmliſchen Mächte anzuflehen, des Gemahles Sinn zum Guten zu lenken, Ungerechtigkeiten und Mord zu verhüten und ſeine Sünden durch ihre guten Werke zu erleichtern.
In ſolcher Stimmung hatte ſie in der Dämmerung, ehe die Vesperglocke läutete, den Bollrutz verlaſſen. Der neue Schulze, Hans Druchtleif, ſah ihr nach und ſandte heimlich zwei Knappen des Weges hinab, um die Herzogin ungeſehen zu hüten und nöthigenfalls zu ſchützen. So wenig wie der Herzog und die Stadt, kannte auch die Her⸗ zogin die ſtille Wandlung im Charakter des ehemaligen wil⸗ den Vogtes— zwar funkelten noch ſeine Augen, zwar


