Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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nach Prag und erhielt die feierliche Belehnung mit dem Herzogthum Lüneburg. Später aber änderte Wilhelm ſeinen Sinn, ſetzte Ludwig von Braunſchweig, den Gemahl ſeiner jüngſten Tochter Mathilde, zum Erben ein und, falls dieſer ohne Nachkommen ſterbe, deſſen Bruder Magnus mit der Kette. Der Kaiſer that ihn dafür in die Reichsacht, worin er auch ſtarb, aus Kummer über des Magnus' Treiben, was er noch erleben ſollte. Der Rath von Lüneburg for⸗ derte von Magnus Verzicht auf das Land und huldigte erſt dann, als jener brieflich gelobte, der Landſchaft ihre alten Rechte und Freiheiten treu zu halten. Nun aber erſchien ein kaiſerlicher Befehl, der den Rittern, Bürgern und Un⸗ terſaſſen des Landes bei Strafe aufgab, keinem Anderen, als dem Herzog Albrecht von Sachſen zu huldigen. Magnus achtete nicht darauf, fing mit Albrecht Händel an, ſchickte ihm den Ritter Sievert von Salder, ſeinen beſten Freund, mit einer reiſigen Schaar entgegen, Albrecht überfiel ſie aber 1369 bei Winſen an der Aller und nahm ſie faſt Alle ge⸗ fangen. Magnus mußte ſeine gefangenen Junker für 600 Mark Silber auslöſen, forderte von Lüneburg das Geld, aber die Stadt ſchlug es ihm ab. Der Herzog gerieth in Zorn, zumal er jetzt vom Rathe zu Braunſchweig 300 Mark borgen und dafür Alles verpfänden mußte, was er noch in der Stadt, der Vogtei und Münze daſelbſt beſaß. Nun aber peinigte er die Lüneburger, zerriß ihre Verbriefungen und Privilegien, forderte die Stadtſchlüſſel, ließ auf ſeinem Schloſſe, auf dem Kalkberge, Wurfgeſchütze anbringen und im Giebel des Michaeliskloſters, am Fuße des Kalkberges, Scharten für Büchſen und Armbrüſte durchbrechen, lockte einige