Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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Freundſchaft zwiſchen Herzog und Stadt iſt nur allein auf gegenſeitigen Eigennutz gegründet; ſeht, der Herzog hat die Stadt, dieſe hat den Herzog nöthig Beide ſind gute Freunde aus Vortheil. Der Herzog hat niemals Geld darum will er ja auch des Landgrafen Erbſchaft nicht verſchmerzen; verſteht mich richtig wer kein Geld hat, muß borgen die Ritter haben ſelbſt nur, was ſie den Bürgern ſtehlen alſo wendet ſich der Herzog gleich direct an die rechte Quelle. Es haben ihm die Herren von Pleſſe freilich Geld zum Kriege geliehen und dafür Schloß Bovenden in Pfand genommen, aber er muß auch Arme und Waffen zum Kriege haben. Nun ſeht, Freunde der Herzog verpfändet und verkauft in ewiger Geldnoth ſeine in der Um⸗ gegend unſerer Stadt gelegenen Beſitzungen an die Bür⸗ gerſchaft unſer Rath iſt ſchlau genug, die Geldnoth des Herzogs auszunützen, ihm ein Privilegium nach dem an⸗ deren, einen Wald, ein Feld, eine Mühle, eine Fiſcherei, Jagd, Dorfſchaft, kurz ein Stück nach dem anderen abzu⸗ kaufen; er wird ärmer, wir werden reicher dabei. Seht, das iſt unſere Freundſchaft, und darum dürfen wir es nicht mit ihm verderben. Wie macht's ſein braun⸗ ſchweigiſcher Vetter, der Magnus mit der Kette? Hm! Gott behüte uns vor ſolchem Heißblut und Störrenfried!

Warum heißt er denn Torquatus, der Magnus mit der Kette? fragte ein jüngerer Bürger.

Hierauf wußte der alte Fiſcher zu antworten.Sein Bater hatte ihm vor länger als zwanzig Jahren das ſchöne Sangershauſen, eine Mitgift der Agnes von Landsberg, ſei⸗ ner Mutter, als Vogtei anvertraut.