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geſchlagen wird, wenn der Landgraf Heinrich und ſein Neffe Hermann in das Land eindringen und uns plündern? Glaubt Ihr, daß er uns ſchonen werde, weil wir dem Herzog nicht dienen wollten? Der Krieg hat ſeine eigenen Rechte und Freundſchaften— bedenket das! Und ſollen wir weniger unſerm Herrn treu ſein, wie die heſſiſchen Städte ihrem Landgrafen? Ich habe erfahren, daß ſie ihm treue Hülfe ſenden und die Bürger in Gießen, Caſſel, an der Lahn, Nidda, Itter ſich rüſten.“— 3
—„Ihr möchtet Eurem künftigen Herrn Gevatter wol die Taſche für's Pathengeſchenk füllen helfen?“— rief Hennig Rauſchenplaten zornig. Werner Roden erglühte und ſein feſter, ſonſt leutſeliger Blick funkelte; er griff ſich, auf die Lippe beißend, in den dunkellockigen Bart und ſchien mit ſeinem eigenen Zorne zu kämpfen und ſeine Faſſung zu behaupten; aber ſein Ehrgefühl war zu mächtig herausgefordert von einem Manne, der in der Stadt An⸗ ſehen und Anhang hatte.—„Beim heiligen Pankratius!“ — rief er, ſein Schwert ziehend, das Kreuzgriff hoch emporhaltend und die Finger der anderen Hand ſchwur⸗ mäßig darauf legend,—„das Wort des Herzogs, das er meinem Weibe einſt in guter Laune bei der Jagdvesper auf den Hagen gab, hat mir ſchon ſo viel Verdruß ge⸗ macht, daß ich wünſchen möchte, mein Weib würde nicht geſegnet und der Herzog wäre ſeines Ehrenwortes ledig! Ihr haltet mich für einen Zwiſchenträger und eitlen Mann, aber Gott iſt mein Zeuge, daß ich nur der Stadt Beſtes will und der Erſte ſein würde, der dies Schwert ziehen wollte, wenn es der Stadt und Bürgerfreiheit Nutzen


