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meiſter hatte eben das Wort genommen, um Tile Freitag, der ein heftiger Gegner des herzoglichen Anſinnens war, auf die Gefahr einer Weigerung hinzuweiſen, da die An⸗ forderung des Fürſten einer Drohung gleich ſei und die Ritter erklärt hätten, daß die Stadt es in der Gewalt habe, Gunſt oder Zorn über ſich zu laden. Er meinte, daß der Fehdezug gegen den Landgrafen nicht ſo gefährlich ſei, wie ein Angriff des Herzogs gegen ſeine ungehorſame Stadt, und daß es dem Lande doch nur Nutzen bringe, wenn Heſſen mit zu Oberwald komme. Der Gildemeiſter der Krämer, Hennig Rauſchenplaten, hatte ſeinen rieſigen Körper auf ſtämmigen Armen über den Tiſch gelegt und aus ſeinem großen, knochigen Geſichte den Bürgermeiſter mit Falkenblicken angeblitzt; er fuhr ſich in ungeduldiger Er⸗ wartung des Wortes durch den langen, buſchigen Knebel⸗ bart und ſchlug jetzt ſein breites Schwert, das er unter den geſtützten Händen hielt, ſo laut auf den Tiſch, daß der Bürgermeiſter verſtummte.—„Redet, was Ihr wollt!“— rief er—„Ihr ſeid der Erſte der Stadt und was Ihr denkt, kann Euch Keiner verargen, aber was Ihr thut, das ſoll nur der Bürger Wille ſein! Und wenn Ihr alle Kniffe eines Rechtsſtudirten in ein künſtliches Gewebe ſpinnen könntet, um Euch beim Herzoge ein Gunſt- und Gnadenmäntelchen daraus ſchneiden zu laſſen, ſo werdet Ihr nicht die Schmach wegleugnen, die uns der Herzog abver⸗ langt, und Ihr werdet nie ein anderes Ehrenkleid tragen, als das, was Euch die Bürgerſchaft durch ihren einmü⸗ thigen Dank und Willen zuſchneidet. Unſere Stadt lebt mit dem Landgrafen in Freundſchaft und es iſt unſere


