Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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So rief Helmold's muntere Stimmenun bin ich gerüſtet, liebes Weib aber nicht für den Qua⸗ den, ſondern für den Frieden unſerer Stadt! Er ſchlug dabei an ſein Schwert und beugte ſich über Gattin und

Kind.Du biſt traurig, Trudchen fuhr er fort, als ſie die Augen gegen ihn aufgeſchlagen und er einen Kuß darauf gedrückt hatte.Fürchte nichts für unſeren

Frieden; es denken die Meiſten wie ich und zwingen laſſen wir uns nicht; ich gehe jetzt in's Kaufhaus und da wollen wir uns einigen und dem Herzoge eine Antwort ausſinnen.

O Berthold! ſprach Gertrudeſieh dies Kind an wenn du mit dem Herzoge in die Fehde ziehen müßteſt!:

Dieſer Anblick meines Glückes und Hausfriedens giebt mir den Muth, offen der Bürgerſchaft die ungerechte Sache des Herzogs vorzuſtellen und ihr zur Einſicht zu bringen, daß er uns nur zur Hülfe ſeines Raubzuges ver⸗ langt; das mögen ſeine Ritter ihm leiſten, wir Bürger ſind zu ehrlich dazu in unſerem Gewerbe und Fleiße. Sei ohne Sorge, liebes Weib ich kehre mit guter Nachricht zu⸗ rück. Er küßte Weib und Kind, warf mit trotzigem Muthe den Hut, mit der kecken, auf der Jagd erbeuteten Feder aus dem Flügel eines Raubvogels, auf das röthlich blonde Haar und ging fort.

Im Kaufhauſe am Markte hatten ſich um dieſe Zeit die angeſeheneren Bürger der Stadt, die Rathsleute, Pa⸗ trizier und Gildemeiſter zu einer Beſprechung verſammelt; als Helmold eintrat, redete man bereits in großer Auf⸗ regung über die Forderung des Herzogs. Der Bürger⸗