Teil eines Werkes 
2. Theil (1860) Das Turnier zu Göttingen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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35 Ihr ſcheint gekränkt ſprach Margarethe ſchüchtern.

Sofort kehrte Ritter Eckhard wieder in ſeine ruhige, ernſte Würde zurück und mit edlem Tone, der ebenſo feſt, wie herzlich klang, fuhr er fort:Achtet in mir die Lei⸗ denſchaft des Mannes, wenn ſie Zeuge ſeiner Geſinnung und ſeines Freimuthes iſt. Damit Ihr mir, als Träger dieſer Kette, die mich Euch verbindet und mir das Recht giebt, Eure Farben zu tragen und für Eure Ehre die Waffen zu gebrauchen, das rechte Vertrauen ſchenken könnt, will ich Euch eingeſtehen, das ich Gott im Herzen, wenn auch nicht auf der Lippe trage, daß ich jeden Augenblick ſelig zu ſter⸗ ben bereit bin und meine Pflicht darin ſuche, den Frieden meines Landgrafen zu vermitteln, wo es Recht und Ehre ihm und mir geſtatten!

Ihr traget den Stern des Ziegenhain'ſche Wap⸗ pens in Euer Kleid geſtickt und ich ſah auf Eurer Rüſtung und dem Helme den Stern; man hat mir geſagt, daß die Ritter, welche dies Zeichen tragen, einen Bund ge⸗ ſchloſſen haben, um ſich gegen Fürſten, Städte und jedweden Widerſacher in ganzer Treue gegenſeitig zu unterſtützen.

Ja, edle Frau ich bin ein Sternritter ſeit Kur⸗ zem; die Noth hat den Bund hervorgerufen, wie im Heſſi⸗ ſchen und Thüringiſchen Lande andere Rittervereine, die Falk⸗ ner, die Hörner, die Geſellen der alten Minne, die Män⸗ ner vom grimmigen Löwen in der Wetterau, ſich verbunden haben, um den einzelnen Schwächeren gegen den Mächtigeren zu ſchützen und die Fehden der Fürſten gegen die Ritter und dieſer gegeneinander zu beſchränken und den Städte⸗ 3*